11 Gründe, warum Kinder unter 12 Jahren keine Smartphones und Tablets benutzen sollten

0
(0)

Jan , 02. 01. 2026

Artikelinhalt

Smartphones und Tablets können Kinder leicht beschäftigen, beruhigen und auf den ersten Blick Langeweile lösen. Bei jüngeren Kindern ist es jedoch oft ein Tauschgeschäft – für einen Moment Ruhe zahlen wir mit schlechterem Schlaf, geringerer Konzentrationsfähigkeit und Veränderungen im Verhalten. Das Problem ist meist nicht die Technologie selbst, sondern ihre unbegrenzte und unkontrollierte Nutzung, insbesondere in einer Zeit, in der sich Gehirn und Nervensystem noch entwickeln.

In diesem Artikel finden Sie 11 am häufigsten genannten Gründe, warum Experten empfehlen, die Nutzung digitaler Geräte bei Kindern unter 12 Jahren zu begrenzen. Ziel ist es nicht, Angst zu machen, sondern Eltern verständliche Informationen und praktische Zusammenhänge zu bieten, die helfen, gesunde Grenzen zu setzen.

Warum das Thema Kinder und Technologie so sensibel ist

Das kindliche Gehirn entwickelt sich sehr lange und intensiv. In jungen Jahren spielen Bewegung, Spiel, sozialer Kontakt, Sprache und normale Langeweile eine Schlüsselrolle. Der Bildschirm bietet hingegen schnelle Reize, sofortige Belohnungen und nur wenig Raum für natürliche Entwicklung. Ein Kind gewöhnt sich leicht an diese Art der Stimulation und trennt sich später nur schwer davon.

1. Schnelle Gehirnentwicklung und ihre Überlastung

Zwischen der Geburt und dem zweiten Lebensjahr vervielfacht sich das Gehirnvolumen eines Kindes bis zum Dreifachen und seine Entwicklung setzt sich sehr dynamisch bis ins Erwachsenenalter fort. Das Gehirn ist in dieser Zeit besonders empfindlich gegenüber der Qualität der Umgebungsreize.

Übermäßige Bildschirmexposition kann zu Aufmerksamkeitsproblemen, verzögerter kognitiver Entwicklung, Impulsivität und verminderter Selbstregulationsfähigkeit führen. Kinder brauchen vor allem reale Erfahrungen, nicht passives Anschauen von Inhalten.

2. Verzögerte psychomotorische Entwicklung

Die Nutzung mobiler Geräte schränkt die natürliche Bewegung ein. Dabei fördert gerade Bewegung die richtige Gehirnentwicklung, Koordination, Sprache und Lernfähigkeit. Kinder, die den Großteil ihrer Freizeit vor Bildschirmen verbringen, können Schwierigkeiten mit der Schulbereitschaft und Konzentration haben.

3. Erhöhtes Risiko für Übergewicht

Kinder, die ein Mobiltelefon oder Tablet in ihrem Zimmer haben, haben ein höheres Risiko für Übergewicht. Ein sitzender Lebensstil, weniger Bewegung und häufiges Naschen beim Fernsehen tragen zur Entwicklung von Übergewicht bereits im frühen Alter bei.

Kindliche Fettleibigkeit ist mit einem höheren Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einer Verschlechterung der Lebensqualität im Erwachsenenalter verbunden.

4. Mangel an qualitativ hochwertigem Schlaf

Bildschirme strahlen blaues Licht aus, das die Produktion von Melatonin – dem Schlafhormon – unterdrückt. Kinder haben dann größere Schwierigkeiten einzuschlafen, schlafen kürzer und ihr Schlaf ist nicht tief genug.

Längerfristiger Schlafmangel äußert sich in Müdigkeit, Reizbarkeit, schlechterem Gedächtnis und verschlechterten schulischen Leistungen.

5. Verschlechterung des psychischen Wohlbefindens

Übermäßige Nutzung von Technologien wird mit einem erhöhten Auftreten von Ängsten, depressiven Stimmungen, Aufmerksamkeitsstörungen und emotionalen Problemen in Verbindung gebracht. Das Kind gewöhnt sich allmählich daran, Stress oder Langeweile durch Flucht zum Bildschirm zu bewältigen, anstatt andere Strategien zu entwickeln.

6. Erhöhte Aggressivität

Gewalt- oder ungeeignete Inhalte in Spielen und Videos können das Verhalten von Kindern negativ beeinflussen. Das kindliche Gehirn kann Realität und Fiktion noch nicht richtig unterscheiden, weshalb es sich aggressives Verhalten leicht aneignet.

7. Verschlechterung der Aufmerksamkeit und Konzentration

Schnell wechselnde Inhalte und kurze Videos bringen dem Gehirn das Umschalten der Aufmerksamkeit bei, statt sie aufrechtzuerhalten. In der Schule fällt es dem Kind dann schwerer, längeren Erklärungen oder dem Lesen zu folgen.

Ein Kind, das sich nicht konzentrieren kann, hat deutlich erschwertes Lernen.

8. Risiko einer Abhängigkeitsentwicklung

Viele Apps sind so gestaltet, dass sie die Aufmerksamkeit möglichst lange binden. Autoplay, Belohnungen und Benachrichtigungen erhöhen das Risiko der Entwicklung von Suchtverhalten.

Kinder verfügen nicht über ausreichend ausgeprägte Selbstkontrolle, um ihre Bildschirmzeit selbst zu regulieren.

9. Elektromagnetische Strahlung und das Vorsorgeprinzip

Mobiltelefone und Tablets emittieren elektromagnetische Strahlung. Experten empfehlen, bei Kindern das Vorsorgeprinzip anzuwenden – also die Nutzungsdauer zu begrenzen, Geräte nicht über längere Zeit an den Kopf zu halten und sie nicht unnötig zu verwenden.

10. Nicht nachhaltiges Erziehungsmodell

Wenn Bildschirme Erziehung, Spiel und persönlichen Kontakt ersetzen, entwickelt das Kind nur schwer Selbstständigkeit, Geduld und die Fähigkeit, sich ohne digitale Stimulation zu beschäftigen. Das belastet langfristig nicht nur das Kind, sondern die ganze Familie.

11. Belastung für Augen und Sehkraft

Längeres Betrachten von Bildschirmen aus nächster Nähe belastet die Augen und erhöht das Risiko für Kurzsichtigkeit. Ein Mangel an Tageslicht und Aufenthalt im Freien verschärft dieses Problem noch.

Fachleute empfehlen, die Bildschirmzeit bei jüngeren Kindern deutlich zu begrenzen und den täglichen Aufenthalt im Freien zu fördern.

Fazit

Technologien an sich sind nicht schädlich. Das Risiko liegt in ihrer übermäßigen und unkontrollierten Nutzung in einer Phase, in der das Kind noch lernt, in der realen Welt zu funktionieren. Richtig gesetzte Grenzen helfen Kindern, zu selbstständigen, ausgeglichenen und gesunden Persönlichkeiten heranzuwachsen.