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Viele halten ihn für ein gewöhnliches Unkraut, das überall wächst – an Wegen, auf Wiesen oder zwischen Pflastersteinen. Aber unsere Großmütter wussten genau, dass der Spitzwegerich zu den wertvollsten Heilkräutern gehört. Seine Kraft kannten Generationen vor uns, und dennoch wird er heute von vielen übersehen. Dabei hat gerade diese unscheinbare Pflanze vielfältige Anwendungen in der Naturmedizin und es lohnt sich, sie wieder in die häusliche Hausapotheke aufzunehmen.
Ein Kraut, das überall wächst und gegen alles hilft
Der Spitzwegerich, auch bekannt als eiförmiger Wegerich oder größerer Wegerich, ist ein ausdauerndes Kraut mit schmalen Blättern und einem charakteristischen Blütenstand auf einem langen, blattlosen Stängel. In der Natur findet man ihn von Mai bis September, und zwar nicht nur auf Wiesen, sondern auch in Städten oder in Gärten. Er benötigt keine besondere Pflege und birgt dennoch eine heilende Kraft, die selbst Skeptiker überrascht.
Die Blätter des Wegerichs enthalten eine Vielzahl wertvoller Stoffe: Vitamin C, Vitamin K, Karotinoide, Flavonoide, Gerbstoffe, organische Säuren sowie Mineralien wie Kalium, Magnesium oder Zink. Dank dessen hat der Wegerich zahlreiche Wirkungen auf die menschliche Gesundheit.
Wirkungen des Wegerichs, die Sie überraschen werden
- Entzündungshemmende Wirkungen – hilft bei Entzündungen im Mund, Rachen und Verdauungstrakt.
- Schleimlösende Wirkung – löst Schleim und lindert trockenen Husten.
- Hautregeneration – beschleunigt die Heilung von Wunden, Verbrennungen und Insektenstichen.
- Immunstärkung – stimuliert die Bildung von Interferon und die Abwehrkräfte des Körpers.
- Entgiftende Wirkung – wird oft auch in der Kosmetik zur Reinigung der Haut verwendet.
Tipp aus der Volksheilkunde: Ein Aufguss aus Wegerich ist hervorragend bei Bindehautentzündungen oder Augenreizungen. Einfach die Blätter mit kochendem Wasser übergießen, ziehen lassen und nach dem Abkühlen als Kompresse verwenden.
Wegerichsirup – hausgemitteltes Heilmittel gegen Husten
Einer der beliebtesten Wege, Wegerich zu nutzen, ist die Zubereitung eines hausgemachten Wegerichsirups. Dieser ist ideal bei Erkältung, Husten, Entzündungen der Atemwege oder zur Vorbeugung zur Stärkung des Immunsystems.
Was Sie benötigen:
- 350 g frische, gewaschene Wegerichblätter
- 250 ml hochwertigen Honig
- 300 g Zucker
- 70 ml Wasser
Vorgehensweise:
Waschen Sie die Blätter zuerst gründlich und zerkleinern oder hacken Sie sie fein. Mischen Sie sie im Topf mit Wasser, Zucker und Honig. Langsam zum Kochen bringen und etwa 10 Minuten köcheln lassen. Nach dem Abkühlen die Mischung durch ein Tuch abseihen, in saubere Flaschen füllen und pasteurisieren. Den Sirup kühl und dunkel aufbewahren.
Dosierung:
Bei Husten einen Teelöffel 2–3× täglich einnehmen. Er kann auch Kindern ab 3 Jahren verabreicht werden.
Weitere Verwendungsmöglichkeiten des Wegerichs
Umschläge bei Verletzungen
Frische Wegerichblätter direkt auf die Wunde, Verbrennung oder Insektenstich legen. Mit Gaze abdecken und verbinden. Einige Stunden einwirken lassen – das lindert Schmerzen, reduziert Entzündungen und beschleunigt die Heilung.
Abkochung für die Verdauung
Leiden Sie unter Durchfall oder einem gereizten Magen? Probieren Sie eine Wegerich-Abkochung. Einen Esslöffel getrockneter Blätter mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, 5 Minuten köcheln lassen und dann weitere 15 Minuten ziehen lassen. Zweimal täglich jeweils ein halbes Glas trinken.
Fazit: Bringen wir den Wegerich zurück in unsere Haushalte
In einer Zeit, in der wir zu natürlichen Mitteln und traditionellen Rezepten zurückkehren, ist es an der Zeit, uns an Kräuter zu erinnern, die direkt unter unseren Füßen wachsen. Der Spitzwegerich ist genau die Pflanze, die in vielen Situationen die Chemie aus der Apotheke ersetzen kann – und das auf ganz natürliche Weise. Man muss ihn nur kennen, wissen, wann und wie man ihn sammelt, und seine Kraft im Alltag nutzen.
Hinweis: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken. Er ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung durch einen Fachmann. Vor Beginn jeglicher Behandlung mit Kräutern konsultieren Sie stets Ihren Arzt.
