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Ein Herzinfarkt oder ein plötzlicher Herzstillstand tritt oft unerwartet und ohne Vorwarnung auf. Eine neue wissenschaftliche Studie bringt jedoch eine hoffnungsvolle Erkenntnis – in vielen Fällen versucht der Körper bereits bis zu 24 Stunden im Voraus vor der Gefahr zu warnen. Und gerade das rechtzeitige Erkennen dieser Signale kann ein Leben retten.
Ein Infarkt muss nicht ohne Vorwarnung sein
Eine in der renommierten Fachzeitschrift The Lancet Digital Health veröffentlichte Studie zeigte, dass bei bis zu 50 % der Menschen, die einen plötzlichen Herzstillstand erlitten, bereits mindestens ein warnendes Symptom am Tag vor dem Ereignis aufgetreten war. Diese Erkenntnisse bedeuten einen grundlegenden Fortschritt in der Prävention von Herzinfarkt und Herzstillstand – denn je früher wir Probleme erkennen, desto größer sind unsere Überlebenschancen.
„Die meisten Menschen sterben innerhalb weniger Minuten nach einem plötzlichen Herzstillstand, wenn dieser außerhalb eines Krankenhauses eintritt. Das rechtzeitige Erkennen der Symptome kann über Leben und Tod entscheiden.“
Was sind die häufigsten Symptome?
Das Forschungsteam analysierte Daten aus den US-Städten Ventura (Kalifornien) und Portland (Oregon), in denen Hunderte von Fällen plötzlicher Herzereignisse beobachtet wurden. Bei der Hälfte der Patienten traten am Tag vor dem Stillstand warnende Symptome auf. Diese unterschieden sich außerdem nach Geschlecht:
- Männer: am häufigsten Brustschmerzen
- Frauen: überwiegend Atemnot
Weitere mögliche Symptome:
- beschleunigter Herzschlag
- Schwindel
- kurze Bewusstseinsverluste
- grippeähnliche Symptome
- Gefühl von Schwäche oder Ohnmacht
Wer ist am stärksten gefährdet?
Das Risiko eines plötzlichen Herzstillstands steigt deutlich bei Menschen, die an folgenden Erkrankungen leiden:
- Bluthochdruck
- Diabetes
- ischämischer Herzkrankheit
- Adipositas
- oder eine familiäre Vorbelastung mit kardiovaskulären Erkrankungen haben
Jeder kann helfen: Wissen und Technologie
Bis zu 85 % der Fälle eines Herzstillstands werden durch Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) verursacht, die mit einem Defibrillator erfolgreich behandelt werden können, wenn er rechtzeitig eingesetzt wird. Die öffentliche Verfügbarkeit dieser Geräte (AED) an öffentlichen Orten kann die Überlebenschancen deutlich erhöhen – ebenso wie schnelles Handeln durch Umstehende.
In Zukunft können auch Smartwatches, Sensoren und Apps eine entscheidende Rolle spielen, die Unregelmäßigkeiten der Herzaktivität rechtzeitig erkennen können.
Warnzeichen, die Sie nicht ignorieren dürfen
Hier sind die wichtigsten Warnzeichen, auf die Sie achten sollten – insbesondere, wenn Sie irgendeinen Risikofaktor haben:
- starke Brustschmerzen, die länger als ein paar Minuten anhalten
- Atemnot oder Schwierigkeiten beim Atmen
- plötzliches Schwitzen, Übelkeit oder Erbrechen
- Schwäche, Schwindel oder Bewusstlosigkeit
- ungewöhnlicher Herzrhythmus oder starkes Herzklopfen
Wenn bei Ihnen oder Ihren Angehörigen eines dieser Symptome auftritt, rufen Sie sofort den Rettungsdienst (155) an.
Infarkt in Zahlen: Statistiken, die für sich sprechen
- 450 000 Menschen sterben jährlich in den USA an einem Herzstillstand
- Alle 45 Sekunden ereignet sich in Europa ein solcher Vorfall
- In Griechenland sterben außerhalb des Krankenhauses jährlich fast 80 000 Menschen an einem Herzstillstand
Diese Angaben zeigen, wie häufig und schwerwiegend diese Ereignisse sind – und wie wichtig es ist, vorbereitet und informiert zu sein.
Abschließend: Achten Sie auf die Signale Ihres Körpers
Ein plötzlicher Herzstillstand ist heimtückisch und oft tödlich – muss aber nicht unerwartet sein. Wenn wir lernen, unseren Körper wahrzunehmen, ihm zuzuhören und frühzeitig auf erste Anzeichen von Problemen zu reagieren, können wir das Schlimmste verhindern.
👉 Teilen Sie diesen Artikel mit Freunden und Familie. Er kann ihnen das Leben retten – und genau darum geht es.
Hinweis: Dieser Artikel dient nicht als medizinische Beratung. Bei jeglichen gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich stets an Ihren Arzt oder an qualifiziertes medizinisches Personal.
