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Sie müssen kein Arzt oder Biologe sein, um zu wissen, dass jeder Mensch seine Blutgruppe hat. Und wenn Sie jemals Serien wie Chirurgen oder Dr. House gesehen haben, wissen Sie, dass die Verabreichung falschen Bluts lebensgefährlich sein kann. Aber wissen Sie, was Blutgruppen wirklich bedeuten und wie sie Ihre Gesundheit beeinflussen können?
Was ist eine Blutgruppe und wie entsteht sie?
Blut besteht aus dem flüssigen Anteil – Plasma – und aus zellulären Bestandteilen wie roten und weißen Blutkörperchen oder Blutplättchen. Auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen befinden sich Antigene, spezifische Proteine, die unsere Blutgruppe bestimmen.
Die bekannteste Klassifikation ist das AB0-System, das Blut in die Gruppen A, B, AB und 0 einteilt. Welche Antigene sich auf Ihren Blutzellen befinden (oder fehlen), bestimmt, welches Blut Sie empfangen können und wem Sie spenden können.
Wie funktionieren Antikörper und warum ist das Plasma wichtig?
Ihr Blutplasma enthält Antikörper, die „fremdes“ Blut erkennen und zerstören. Wenn also eine Person mit Blutgruppe A Blut der Gruppe B erhält, löst das Immunsystem einen Angriff aus, was zu einer schweren bis tödlichen Reaktion führen kann.
Im Gegensatz dazu haben Personen mit Blutgruppe 0 keine Antigene auf den roten Blutkörperchen, aber ihr Plasma enthält Antikörper gegen A und B. Das macht sie zu sogenannten universellen Spendern – sie können Blut nahezu jedem spenden.
Am anderen Ende des Spektrums stehen Menschen mit Blutgruppe AB. Ihr Blut enthält beide Antigene A und B, aber keine Antikörper. Sie sind sogenannte universelle Empfänger, weil ihr Körper fremdes Blut nicht als Bedrohung erkennt.
Was bedeutet der Rhesusfaktor und warum ist er wichtig?
Hinter der Bezeichnung Ihrer Blutgruppe finden Sie oft ein + oder – (zum Beispiel A+, B-). Dabei handelt es sich um den sogenannten Rhesusfaktor, ein weiteres Protein, das vorhanden sein kann (Rhesus-positiv) oder fehlen kann (Rhesus-negativ).
Somit unterscheiden wir insgesamt 8 grundlegende Blutgruppen: A+, A-, B+, B-, 0+, 0-, AB+, AB-.
Der Rhesusfaktor spielt vor allem in der Schwangerschaft eine Schlüsselrolle. Wenn die Mutter Rhesus-negativ und das Kind Rhesus-positiv ist, kann es zur sogenannten Rhesusunverträglichkeit kommen, bei der der Körper der Mutter beginnt, Antikörper gegen die Blutzellen des Kindes zu bilden. Dieser Zustand kann Anämie, Schwellung des Fötus oder sogar eine Fehlgeburt verursachen. Zum Glück lässt sich dieses Risiko durch die Verabreichung einer Spritze während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt vorbeugen.
Welche Blutgruppen sind am häufigsten?
Die Verteilung der Blutgruppen variiert je nach Region und Population. Zum Beispiel ist in Ungarn und in der Tschechischen Republik die häufigste Blutgruppe A, gefolgt von den Gruppen 0, B und AB.
Medizinische Einrichtungen testen gespendetes Blut nicht nur auf die Blutgruppe, sondern auch auf das Vorhandensein von Infektionen wie HIV, Syphilis oder Hepatitis. Dadurch ist die Transfusion sicher und kontrolliert.
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Zusammenfassung: Warum Ihre Blutgruppe Sie interessieren sollte?
Die Blutgruppe ist nicht nur eine Information auf der Versicherungskarte. Sie beeinflusst Ihre Möglichkeiten zur Blutspende, den Verlauf einer Schwangerschaft und kann sogar mit bestimmten Krankheiten und Reaktionen des Immunsystems verbunden sein. Wenn Sie Ihre Blutgruppe nicht kennen, lohnt es sich, sie bestimmen zu lassen – sie könnte Ihnen einmal das Leben retten.
