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Statistiken zeigen, dass die Zahl der Menschen, die an Schilddrüsenerkrankungen leiden, stetig zunimmt. Dieser Trend lässt sich nicht allein durch Fortschritte in den diagnostischen Methoden erklären; auch der Lebensstil und umweltbedingte Faktoren spielen eine wichtige Rolle. Was sind die Hauptursachen für Probleme mit der Schilddrüse?
Übermäßige Jodaufnahme
Jod ist ein Schlüsselelement für die richtige Funktion der Schilddrüse, jedoch kann seine übermäßige Zufuhr ebenso schädlich sein wie ein Mangel. In einigen Ländern, in denen es zu einer massiven Jodierung des Salzes kam, stieg die Häufigkeit autoimmuner Schilddrüsenerkrankungen, zum Beispiel der Hashimoto-Thyreoiditis oder des Morbus Basedow (Graves-Krankheit). Ein richtiges Jodniveau ist daher entscheidend für die Gesundheit der Schilddrüse.
Rauchen und seine Auswirkungen auf die Schilddrüse
Rauchen hat viele negative Auswirkungen auf die Gesundheit und eine davon ist die Schädigung der Schilddrüse. Nikotin und andere in Zigaretten enthaltene toxische Substanzen können:
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die Vergrößerung der Schilddrüse fördern,
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das Risiko von Entzündungen erhöhen,
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den Verlauf von Autoimmunerkrankungen verschlechtern.
Bei Patienten mit Morbus Basedow erhöht Rauchen zudem das Risiko für Augenkomplikationen, was zu ernsthaften Sehstörungen führen kann.
Stress als Auslöser von Schilddrüsenerkrankungen
Langfristiger Stress kann einer der Hauptfaktoren sein, die die Gesundheit der Schilddrüse beeinflussen. Der Körper produziert bei Stress Stresshormone, die Autoimmunreaktionen auslösen und die entzündliche Antwort des Organismus verstärken können. Chronischer Stress kann so beitragen zur Entwicklung von Erkrankungen wie Hypothyreose oder der Hashimoto-Krankheit.
Infektionen und ihr Einfluss auf die Schilddrüse
Einige virale und bakterielle Infektionen können die Gesundheit der Schilddrüse direkt beeinflussen. Zu den häufigsten infektiösen Auslösern gehören:
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das Epstein-Barr-Virus,
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humanes Herpesvirus,
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Coxsackie-Viren,
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Bakterien Yersinia enterocolitica (kann das Risiko für eine Hashimoto-Thyreoiditis um das bis zu 14‑Fache erhöhen).
Diese Infektionen können akute sowie chronische Entzündungen der Schilddrüse verursachen und in einigen Fällen Autoimmunprozesse auslösen.
Chemikalien und toxische Verbindungen
Der moderne Lebensstil setzt uns schädlichen chemischen Substanzen aus, die das hormonelle Gleichgewicht negativ beeinflussen können. Zu den größten Risiken gehören:
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Pestizide,
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Bisphenol A (BPA) in Kunststoffen,
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polychlorierte Biphenyle (PCB),
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toxische Verbrennungsprodukte.
Diese Substanzen stören die Funktion des endokrinen Systems und können zu Störungen der Schilddrüse führen.
Wie schützt man die Gesundheit der Schilddrüse?
Um das Risiko zu minimieren von Schilddrüsenerkrankungen, ist es wichtig:
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eine ausgewogene Jodzufuhr sicherzustellen,
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das Rauchen zu vermeiden,
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Stress zu reduzieren durch Entspannung und körperliche Aktivität,
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sich vor Infektionen zu schützen durch Stärkung der Immunabwehr,
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den Kontakt mit toxischen Chemikalien einzuschränken.
Die Schilddrüse spielt eine entscheidende Rolle bei der Regulierung des Stoffwechsels und der allgemeinen Gesundheit. Deshalb ist es wichtig, auf ihre Gesundheit zu achten und Faktoren vorzubeugen, die zu ihrer Schädigung führen können.