Geschäfte zu Zeiten des Sozialismus? Leere Regale, Schlangen nach Orangen oder Schwarzmarktverkäufe. Erinnert ihr euch?

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Jan , 31. 01. 2026

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Die Einkaufsgewohnheiten und -sitten zur Zeit des Sozialismus unterschieden sich erheblich vom heutigen Standard. In der Tschechoslowakei, wo es bis 1993 keine Supermärkte gab, mussten die Menschen auf Selbstbedienungsläden und Schaltergeschäfte vertrauen. Der erste Selbstbedienungsladen wurde im Juni 1955 in Žižkov eröffnet und brachte eine revolutionäre Veränderung – die Kundinnen und Kunden konnten die Waren selbst auswählen und einkaufen, was damals eine Neuheit war.

Warteschlangen für Mangelware

Mit der Entwicklung des Plattenbaus in den sechziger und siebziger Jahren wurden Selbstbedienungsläden zum Zentrum des Alltagslebens. Nicht nur kauften die Menschen dort ein, sie trafen sich auch und diskutierten über aktuelle Ereignisse. Häufig waren Warteschlangen für knappe Waren, wie Bananen, Orangen oder Mandarinen, die meist nur vor Weihnachten erhältlich waren. Zugang zu besseren Produkten, etwa exotischem Obst oder hochwertigen Wurstwaren, erforderte Freunde unter den Verkäuferinnen – was Zugang zu unter der Ladentheke verkauften Waren bedeutete.

Der Duft von frisch gemahlenem Kaffee und Milch im Beutel

In den Geschäften war der charakteristische Duft von frischem Kaffee zu riechen. Der Kaffee der Marke Standard war Bohnenkaffee und nach dem Bezahlen mahlte sich jede und jeder ihn selbst in der Mühle, die hinter den Kassen stand. Ein weiteres typisches Produkt jener Zeit war Milch im Beutel, die man das sogenannte igelitové vemeno nannte und die manchmal platzte, noch bevor man sie bezahlt hatte.

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Ausgewählte Lebensmittel und Tuzex

Eine weitere Ladenform war das sogenannte ESO, in dem ausgewählte Lebensmittel verkauft wurden. Diese Verkaufsstellen befanden sich nur in größeren Städten und boten exklusivere Waren an, die sich der durchschnittliche Bürger nicht täglich leisten konnte. Eine besondere Kategorie bildete Tuzex, der Handel des Inlandsexports. Es handelte sich um ein Netzwerk von Geschäften, in denen man mit Devisen ausländischer Währungen oder Tuzex-Gutscheinen auch Waren aus westlichen Ländern kaufen konnte, die in der regulären Distribution nicht zu bekommen waren.

So sahen die Geschäfte zur Zeit des Sozialismus aus. Es waren Zeiten, in denen die Regale nicht voll waren und die Auswahl eingeschränkt war, aber die Menschen fanden Wege, mit diesen Schwierigkeiten umzugehen.