Nostalgische Erinnerungen an Kinderwagen aus der Zeit des Kommunismus: Wannen, Kukane, Achtfederwagen, die bunte Liberta und Modelle mit Fensterchen

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Jan , 31. 01. 2026

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Während des Sozialismus wünschten sich Mütter schöne und moderne Kinderwagen, doch ihre Möglichkeiten waren oft eingeschränkt. Erinnern wir uns daran, wie die Kinderwagen aussahen, mit denen sogar Husáks Kinder gefahren wurden.

Produktion von Kinderwagen im Sozialismus

Nach dem Siegesfebruar 1948 begannen sich auch die Produktionsprozesse zu verändern, einschließlich jener für Kinderwagen. Die gesamte Produktion von Kinderwagen wurde in die Firma Liberta in Mělník konzentriert, die in den 1950er Jahren die sogenannten „Kukane“ – niedrige, breite Kinderwagen – vorstellte. Später kamen die bekannten Achtfederwagen (osmipéráky), die sich durch ihre eckige Form auszeichneten. Ab 1963 wurden in Mělník faltbare Wannen produziert, eine Neuerung, die vielen Müttern das Leben erleichterte.

„Auf alten Fotos, auf denen ich als Kleines im Kinderwagen zu sehen bin, sieht man meine Mutter und meinen Vater, wie sie stolz neben einer weißen Wanne auf kleinen Rädern stehen,“ erinnert sich Ivana Sýkorová aus Karlsbad.

Praktische Innovationen und ästhetische Veränderungen

In der zweiten Hälfte der 1960er Jahre wurden Kinderwagen allmählich höher. Dieser Trend hatte einen praktischen Grund – mit der steigenden Zahl von Autos nahmen Abgase zu, und höhere Kinderwagen sollten die Babys vor schädlichen Stoffen schützen.

In den 70er Jahren, während der Normalisierungsära, wurden Kinderwagen in bunten Ausführungen hergestellt. Gelbe, rote, grüne und blaue Kinderwagen wurden alltäglich. Obwohl sie im Design sehr ähnlich waren, unterschieden sie sich vor allem durch die Farbgebung.

Sehnsucht nach ausländischen Marken

Die tschechoslowakischen Mütter träumten jedoch auch von anderen Modellen, vor allem von Luxus-Kinderwagen der Marken Stegner oder Zekiwa aus der DDR. Diese Kinderwagen, manchmal mit geflochtenen Körbchen, waren für 400–500 Ostmark erhältlich, was etwa 1200–1500 Kčs entsprach. Ivana Sýkorová erinnert sich, dass sie ihre Tochter in einem Zekiwa-Kinderwagen fuhr, den sie später für 1000 Kčs verkaufte, wodurch ein Teil der Investition zurückkam.

Zum Vergleich – ein neuer Kinderwagen der Marke Liberta kostete damals etwa 700 Kčs (abwaschbare Oberfläche) oder 900 Kčs (Cord-Variante).

Die 80er Jahre und Kinderwagen mit Fensterchen

In den 80er Jahren waren Kinderwagen mit kleinen Fenstern sehr beliebt, die man im Tuzex oder gebraucht kaufen konnte. Ihr Preis war jedoch hoch, etwa 2000 Kčs, obwohl es sich um gebrauchte Kinderwagen handelte. In dieser Zeit tauchten auch Dreikombinationen auf – Tiefkinderwagen, Sportwagen und Autotasche. Diese waren jedoch schwer und oft unpraktisch, weshalb viele Mütter leichte, klappbare Golfwagen bevorzugten. Golfwagen mit kleinen Rädern waren kippelig, doch ihr Hauptvorteil war die einfache Tragbarkeit und Platzsparsamkeit.

Die Kreativität der Eltern in Zeiten des Mangels

Die sozialistische Ära brachte auch einen Mangel an Zubehör für Kinder mit sich, sodass viele Eltern ihre Kreativität nutzten. Decken für den Kinderwagen wurden oft handbestickt, aus Kanafas genäht oder gestrickt bzw. gehäkelt aus Wolle. Im Laden konnten zwar verschiedene Spielzeuge gekauft werden, doch Zubehör und hochwertige Ausstattung lagen oft in der Verantwortung der Mütter und deren Geschicklichkeit.

Fazit

Die Geschichte der Kinderwagen reicht weit zurück. Die erste Serienproduktion begann 1840, als der britische Fabrikant Lewenson mit der Produktion von Kinderwagen begann. In Tschechien hatten die sozialistischen Kinderwagen ihre Eigenheiten – sei es die bunte Liberta oder luxuriöse ausländische Modelle, jede Generation von Müttern erinnert sich an ihre eigenen.

Heutige moderne Kinderwagen sind ungleich komfortabler, doch die Erinnerungen an jene sozialistischen Modelle tragen eine Prise Nostalgie in sich.