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Der Stamm der Kalash lebt in den Bergen rund um das Hunza-Tal im Norden Pakistans. Ihre Gemeinschaft umfasst etwa 87.000 Menschen. Diese Menschen zeichnen sich dadurch aus, dass sie gewöhnlich über 100 Jahre alt werden, und viele von ihnen sogar bis zu 120 Jahren. Laut Legenden sollen einige Mitglieder dieses Stammes sogar unglaubliche 160 Jahre alt geworden sein.
Ihr gesunder Lebensstil und ihre Ernährung sind der Grund für ihre Langlebigkeit und Vitalität. Sie sind ständig lächelnd, kräftig und haben ein jugendliches Aussehen, das jeden schockiert, der ihnen begegnet. Außerdem gebären ihre Frauen noch bis ins Alter von 65 Jahren, was weltweit einzigartig ist.
Wie sieht ihr Speiseplan aus?
Die Grundlage ihrer Ernährung ist das, was sie selbst anbauen. Den Großteil ihres Speiseplans bilden rohes Obst, Gemüse, Nüsse und vor allem getrocknete Aprikosen. Sie verzehren auch Getreide wie Hirse, Buchweizen und Gerste, Hülsenfrüchte sowie eine geringe Menge an Milchprodukten und Eiern.
Fleisch essen sie nur ausnahmsweise – nur zweimal im Jahr, und zwar überwiegend Lamm- oder Hühnerfleisch. Ein weiterer interessanter Brauch ist der regelmäßige Konsum von Saft aus getrockneten Aprikosen in den Perioden, in denen das frische Obst noch nicht reif ist.
Aprikosen und Gesundheit: Das Geheimnis ohne Krankheiten
Das größte Geheimnis ihrer Gesundheit liegt in den Aprikosenkernen. Diese enthalten das Vitamin B17, dem starke krebshemmende Wirkungen zugeschrieben werden. Aus diesen Kernen stellen sie Öl her, das sie regelmäßig in kleinen Mengen verwenden.
Zu hohe Dosen könnten für den Körper giftig sein, da sie Cyanid enthalten; in geringen Mengen hilft es dem Körper jedoch, sich zu schützen. „Das Prestige einer Familie wird sogar danach bemessen, wie viele Aprikosenbäume ihr Garten hat,“ sagen die Einheimischen.
Nicht nur Ernährung, sondern auch Bewegung und Abhärtung
Neben der Ernährung ist tägliche Bewegung ein wichtiger Bestandteil ihrer Gesundheit. Jeden Tag gehen sie zu Fuß 15 bis 20 km. Sie überessen sich nicht – sie haben nur zwei Mahlzeiten am Tag: Frühstück und Mittagessen. Sie brauchen kein Abendessen, keinen Snack und keine Süßigkeiten.
Außerdem baden sie regelmäßig in eiskaltem Wasser, selbst bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Diese Gewohnheit hilft ihnen, ihr Immunsystem zu stärken. Und nicht minder wichtig – sie lachen und erfreuen sich jeden Tag am Leben.
Nachkommen der antiken Makedonier
Sie behaupten von sich, Nachkommen der Soldaten Alexanders des Großen zu sein, die sich nach der Eroberung des Gebiets in dieser Region niederließen und hier Familien gründeten. Diese Theorie wird auch durch das Aussehen vieler Stammesmitglieder gestützt, die helle Haut, blaue Augen und markante Züge haben.
Kurios ist die Geschichte aus dem Jahr 1984, als ein Mitglied des Kalash-Stammes, Said Abdul Mobudu, nach London flog und bei der Passkontrolle die Beamten mit seinem Geburtsdatum verwirrte: 1832.
Die moderne Zeit als Bedrohung
Leider beginnt auch dieser Stamm heute von der modernen Zeit beeinflusst zu werden. Industriell verarbeitete Lebensmittel, die zu ihnen gelangen, verursachen Probleme, die sie früher nicht kannten – Karies und Verdauungsbeschwerden.
Ihre Geschichte ist ein starkes Zeugnis dafür, dass richtige Ernährung, regelmäßige Bewegung, Abhärtung und eine positive Einstellung der Schlüssel zur Langlebigkeit sind.
Was können wir von ihnen lernen?
Wenn wir uns inspirieren lassen wollen, sollten wir uns auf natürliche, nicht industriell verarbeitete Nahrung, mehr Bewegung und Lebensfreude konzentrieren. Nehmen wir mehr Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte in unseren Speiseplan auf und gönnen wir uns ab und zu auch einen Aprikosenkern – aber immer mit Vernunft.
Die Langlebigkeit des Kalash-Stammes ist kein Wunder, es ist nur ein Lebensstil, den auch wir ausprobieren können.