Weder Fette noch Fleisch. Der wahre Zerstörer der Gefäße ist etwas ganz anderes – und wir haben ihn alle zu Hause

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Jan , 28. 01. 2026

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Seit Jahrzehnten wurde uns eingeredet, dass die größten Feinde unserer Gefäße Fette und Cholesterin sind. Rotes Fleisch, Eier, Butter oder fettreiche Lebensmittel wurden zum Symbol des Risikos, während „light“-Produkte und fettarme Diäten als Weg zu einem gesunden Herzen galten.

Doch das Gegenteil trat ein. Trotz Diäten und Milliarden, die für angeblich gesündere Lebensmittel ausgegeben wurden, nehmen die Zahl der Herzinfarkte und Schlaganfälle nicht ab, sondern zu. Das führte Experten zu einer grundlegenden Frage: Was, wenn wir die ganze Zeit gegen den falschen Feind gekämpft haben?

Die Erfahrung eines Chirurgen, die den Blick auf die Gefäße veränderte

Ein interessantes Zeugnis lieferte der erfahrene Chirurg Mihail Andrejevič, der während seiner Praxis die Gefäße Tausender Menschen gesehen hat – Junge und Alte, Sportler und Nicht-Sportler, Fleischesser und Vegetarier. Obwohl ihre Lebensstile stark variierten, wies die Gefäßschädigung oft dasselbe Muster auf.

Es ging nicht um Fette. Es ging auch nicht um Fleisch. Gemeinsamer Nenner war übermäßige Salzaufnahme.

Die große Illusion namens Cholesterin

Viele Jahre lang wurde behauptet, Cholesterin verstopfe die Gefäße direkt. Neuere Erkenntnisse zeigen jedoch eine andere Sichtweise. Cholesterin verhält sich im Körper eher wie ein schützendes „Pflaster“. Wenn in der Gefäßwand kleine Mikrorisse entstehen, beginnt der Organismus, diese mit Cholesterin zu überziehen, um ein Platzen des Gefäßes und Blutungen zu verhindern.

Die eigentliche Frage lautet also: Was verursacht diese Mikrorisse?

Der versteckte Feind: Salz als stiller Zerstörer der Gefäße

Die Antwort ist überraschend einfach – ein Übermaß an Salz. Der menschliche Körper braucht etwa 2–3 Gramm Salz täglich, doch der Durchschnittsmensch nimmt 12–15 Gramm Salz zu sich, also das vier- bis fünffache der empfohlenen Menge.

Das größte Problem ist, dass wir den Großteil des Salzes nicht aus dem Salzstreuer aufnehmen, sondern aus versteckten Quellen in alltäglichen Lebensmitteln.

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Wie Salz die Gefäße Schritt für Schritt schädigt

  • Salz bindet Wasser im Körper und erhöht das Blutvolumen,
  • das Herz muss intensiver arbeiten und der Blutdruck steigt,
  • die Gefäße dehnen sich übermäßig und es entstehen Mikrorisse,
  • der Körper überzieht diese Risse mit Cholesterin,
  • schrittweise bilden sich Blutgerinnsel, die zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen können.

Cholesterin ist demnach nicht die Hauptursache, sondern die Folge. Auslöser des gesamten Prozesses ist ein Übermaß an Salz.

Unsichtbares Problem: verstecktes Salz in Lebensmitteln

Viele Menschen behaupten, sie würden kaum salzen. Dennoch nehmen sie täglich enorme Mengen Salz aus industriell verarbeiteten Lebensmitteln zu sich.

  • Brot: bis zu 800 mg Natrium pro 100 g,
  • Käse: bis zu 1 200 mg,
  • Wurstwaren: etwa 1 500 mg,
  • Sojasoße: ein Esslöffel deckt fast die gesamte Tagesdosis,
  • Ketchups, Konserven, Chips und fertige Saucen enthalten extreme Mengen an Salz.

Was die Forschung sagt

Eine Langzeitstudie in Seoul verfolgte mehr als 15 000 Menschen über einen Zeitraum von 10 Jahren. Es zeigte sich, dass Personen mit hoher Salzaufnahme ein um 46 % höheres Risiko für einen Schlaganfall hatten.

Gleichzeitig wurde festgestellt, dass Menschen mit niedriger Salzaufnahme elastische Gefäße bis ins hohe Alter beibehielten, während bei anderen die Gefäße um 8–12 Jahre schneller alterten.

Ein einfaches System, um die Gefäße zu schützen

  • den Salzstreuer vom Tisch entfernen und die Salzmenge schrittweise reduzieren,
  • ausreichend Wasser trinken (ca. 30–35 ml pro kg Körpergewicht täglich),
  • regelmäßige Bewegung, mindestens kurze Spaziergänge jede Stunde,
  • die Kaliumzufuhr erhöhen (Kartoffeln, Tomaten, Gemüse, Bananen),
  • Gerichte mit Kräutern, Zitrone, Knoblauch oder Gewürzen würzen.

Fazit

Jahrelang haben wir gegen Fette und Cholesterin gekämpft, doch das eigentliche Problem blieb unbeachtet. Ein Übermaß an Salz ist oft das, was still und systematisch unsere Gefäße beschädigt.

Salz zu reduzieren bedeutet nicht zu hungern oder auf Geschmack zu verzichten. Es bedeutet, zu einer natürlicheren Ernährung zurückzukehren – und es kann einer der wichtigsten Schritte zu einem langen und gesunden Leben sein.