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Die meisten Menschen halten sie für ein gewöhnliches Unkraut, das sie ohne Zögern ausreißen und wegwerfen. Das ist jedoch ein großer Fehler. Großes Schöllkraut (Chelidonium majus) ist nämlich eine jener Pflanzen, die im Garten die Ernte schützen können und zugleich bedeutende heilende Wirkungen besitzen. Diese Pflanze verdient weit mehr Aufmerksamkeit – nicht nur von Hobbygärtnern, sondern auch von denen, die natürliche Wege zur Gesundheitsvorsorge suchen.
Natürlicher Schatz unter dem „Unkraut“
Das große Schöllkraut ist eine ausdauernde Pflanze aus der Familie der Mohngewächse. Auf den ersten Blick unscheinbar, ist die Pflanze für ihren auffälligen gelb-orangenen Saft bekannt, der beim Verletzen des Stängels austritt. Gerade in diesem Saft liegt die Kraft – er enthält Stoffe, die Schädlinge abwehren und krankheitserregende Pilze abtöten. Zugleich schädigt er die angebauten Kulturen nicht, was es zu einem idealen natürlichen Spritzmittel für ökologischen Gartenbau macht.
Wie bereitet man einen Spritz aus Schöllkraut zu?
Die Zubereitung eines hausgemachten Spritzmittels ist nicht schwierig. Man benötigt lediglich frisch gesammelte Pflanzenteile – einschließlich Blättern, Stängeln und Blüten – die mit heißem Wasser übergossen und zwei bis drei Stunden ziehen gelassen werden. Der Auszug wird anschließend im Verhältnis 1:5 verdünnt und auf die Pflanzen aufgebracht als Schutz gegen Blattläuse, Weiße Fliegen, Mehltau und Pilzbefall. Der Spritz sollte innerhalb von 48 Stunden verwendet werden, da er danach an Wirksamkeit verliert.
Wichtiger Tipp: Wenden Sie den Spritz frühmorgens oder abends an, nicht in voller Sonne, damit die Blätter nicht beschädigt werden.
Ohne Chemie, ohne Risiko
Ein großer Vorteil dieses natürlichen Spritzmittels ist, dass es keine toxischen Rückstände hinterlässt. Obst und Gemüse können nach der Anwendung bedenkenlos verzehrt werden. Das schätzen vor allem diejenigen, die Pestiziden ausweichen möchten und eine gesunde Ernte ohne Chemie anstreben.
Schöllkraut in der Volksmedizin
Neben der Anwendung im Garten ist das große Schöllkraut auch als Heilpflanze bekannt. Schon in der Antike wurde es bei Hautleiden eingesetzt – insbesondere gegen Warzen und Hühneraugen. Es reicht, den Saft der frischen Pflanze direkt auf die betroffene Stelle aufzutragen. Manche Menschen verwenden es auch bei Beschwerden der Leber oder der Gallenblase.
ACHTUNG: Die innere Einnahme ist sehr riskant und sollte nur unter Aufsicht eines Fachmanns erfolgen. Die Pflanze enthält Alkaloide, die in höheren Dosen toxisch sein können.
Zu Unrecht unterschätzte Pflanze
Obwohl das Schöllkraut oft als Unkraut betrachtet wird, ist es in Wirklichkeit ein Schatz der Natur, der nicht nur Pflanzen, sondern auch Menschen hilft. Wenn Sie nach einer wirksamen und natürlichen Methode zur Sicherung Ihres Gartens suchen oder sich für traditionelle pflanzliche Medizin interessieren, lohnt es sich auf jeden Fall, dieser Pflanze eine zweite Chance zu geben.
Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Problemen konsultieren Sie stets einen Arzt oder Apotheker.
