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Ein Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache und tritt oft plötzlich auf. Der Körper sendet jedoch häufig im Voraus Warnsignale. Es ist entscheidend, diese zu kennen, nicht zu unterschätzen und sofort zu handeln.
Stiller Schlaganfall (TIA): eine Warnung, die Sie nicht ignorieren dürfen
Transitorische ischämische Attacke (TIA), umgangssprachlich „stiller Schlaganfall“, ist eine vorübergehende Verschlechterung der Hirndurchblutung. Die Symptome sind dieselben wie bei einem vollständigen Schlaganfall, verschwinden aber schnell – meist innerhalb einer Stunde (maximal innerhalb von 24 Stunden). Das verleitet dazu, die Situation zu unterschätzen; dennoch handelt es sich um einen Notfall und es ist notwendig, den Rettungsdienst zu rufen.
- Sprechstörung, Lallen, unverständliche Worte,
- Schwäche der Gliedmaßen auf einer Körperseite,
- Herabhängender Mundwinkel,
- Sehstörung auf einem Auge, Ausfälle im Gesichtsfeld oder Doppeltsehen.
Wie man erkennt, dass sich ein Schlaganfall ankündigt
Das Erkennen der Symptome ist entscheidend. Es gilt die Regel: bei jeglichem plötzlichen neurologischen Symptom rufen Sie 155/112 an.
- Taubheitsgefühl oder Versteifung im Gesicht (oft einseitig).
- Schwäche eines Arms oder Beins, plötzlicher Koordinationsverlust.
- Herabhängender Mundwinkel, verzerrtes Lächeln.
- Sprachstörungen – Wortfindungsstörungen, Unverständlichkeit.
- Sehprobleme – verschwommenes oder doppeltes Sehen, Ausfall von Teilen des Gesichtsfeldes.
- Verlust des Gleichgewichts, Schwindel, „torkelnder“ Gang.
- Plötzliche, heftige Kopfschmerzen ohne erkennbare Ursache.
Kritische ersten zwei Tage
Nach einer „stillen“ Episode ist das Risiko eines echten Schlaganfalls in den ersten 48 Stunden am höchsten; etwa die Hälfte der Ereignisse tritt innerhalb von 24 Stunden auf. Deshalb ist es notwendig, dass der Patient innerhalb von 24 Stunden nach dem Auftreten der ersten Symptome untersucht wird – eine rechtzeitige Behandlung reduziert das Risiko bleibender Folgen und eines Rückfalls.
Warnendes Beispiel aus der Praxis
Eine 52-jährige Frau sprach für einige Minuten zusammenhangslos. Die Symptome verschwanden, daher unterschätzte sie die Lage. Zwei Wochen später trat Schwäche der rechten Hand hinzu sowie eine Sprachstörung. Sie gelangte erst nach Stunden in fachärztliche Versorgung – die Ärzte retteten sie zwar, doch sie blieb mit schweren Folgen (Lähmung, Ernährungssonde, Pflegebedürftigkeit). Die Verzögerung entschied über die Qualität ihres weiteren Lebens.
Was Sie jetzt sofort tun sollten: FAST
- F – Face: Bitten Sie um ein Lächeln (Herabhängender Mundwinkel?).
- A – Arm: Bitten Sie, beide Arme zu heben (fällt einer ab?).
- S – Speech: einen einfachen Satz sagen lassen (Stottern, Unverständlichkeit?).
- T – Time: Zeit, 155/112 anzurufen. Fahren Sie nicht selbst ins Krankenhaus.
Wie man das Schlaganfallrisiko senkt
- Kontrollieren Sie den Blutdruck und den Cholesterinspiegel; behandeln Sie Vorhofflimmern.
- Rauchen Sie nicht, reduzieren Sie Alkohol, halten Sie ein gesundes Gewicht.
- Bewegen Sie sich (mindestens 150 Minuten pro Woche moderate Aktivität).
- Ernähren Sie sich ausgewogen – Gemüse, Obst, Fisch, Vollkornprodukte; weniger Salz und ultraverarbeitete Lebensmittel.
- Überwachen Sie den Blutzuckerspiegel und sorgen Sie für guten Schlaf und Stressbewältigung.
Zusammenfassung
Ein Schlaganfall geht häufig einer Warnepisode – dem „stillen“ Schlaganfall – voraus. Die Symptome zu kennen, sofort Hilfe zu rufen und nicht zu warten kann Leben und volle Selbstständigkeit retten. Teilen Sie diese Informationen mit Ihren Angehörigen – jede Minute zählt.
